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Protestsparen : Protestsparen im Detail

Protestsparen im Detail

Was wird mit den Erträgen aus meinem Darlehen gefördert?

Gefördert werden öffentliche Aktionen, Kampagnen und Proteste von Bewegungen, die Aussicht auf Erfolg versprechen oder die ein Thema auf die Tagesordnung bringen, das gesellschaftlich umstritten ist. Die Bewegungsstiftung fördert auf Antrag und wählt Projekte aus, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Mehr zu unseren Kriterien erfahren Sie hier.

Die Darlehenserträge füllen den Fördertopf der Stiftung auf. Daraus vergeben wir Zuschüsse, Bildungsgutscheine, Darlehen und finanzieren unsere Beratung und Begleitung. BewegungsarbeiterInnen werden aus dem Fördertopf nicht begünstigt, sie werben um Patenschaften.

Wie wird das Geld angelegt?

Die Protestspardarlehen werden nur bei Banken angelegt, die den ethisch-nachhaltigen Kriterien der Bewegungsstiftung entsprechen und die über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus einer freiwilligen Einlagensicherungseinrichtung (Was ist eine Einlagensicherung?) angehören. Für das Protestsparprogramm haben wir folgende Banken ausgewählt: GLS-Bank, Ethikbank und die Bank im Bistum Essen. All diese Banken verfolgen ausdrücklich eine ethisch orientierte Geldanlagepolitik. Das heißt: Investitionen in Rüstung, Atomkraft, Ausbeutung oder Kinderarbeit sind ausgeschlossen.

Die ausgewählten Banken machen ihre Geldanlagekriterien transparent und legen in unterschiedlichem Maße auch ihre konkrete Anlage offen. Als Genossenschaftsbanken ermöglichen sie ihren Mitgliedern Mitsprachemöglichkeiten und beteiligen sie am Gewinn. Durch die ethisch-nachhaltige Geldanlage wirken die Protestspar-Darlehen doppelt – das Kapital dient dem Aufbau einer besseren Welt, die Erlöse dem Streiten für eine bessere Welt.

Wie hoch sind die Verwaltungskosten?

Wir haben für das Protestsparen ein standardisiertes Verfahren gewählt, das die Verwaltungskosten niedrig hält. Trotzdem verursachen der Abschluss der Verträge, Abbuchungen und Rückzahlungen Kosten, die wir nicht den DarlehensgeberInnen aufbürden wollen. Stattdessen entnimmt die Stiftung maximal 20 Prozent der jährlichen Zinserträge als Verwaltungskostenpauschale. Das heißt, 80 Prozent der Erträge werden unserem Fördertopf zugeschlagen.

Sollten die tatsächlichen Kosten bei der Stiftung höher sein als die Pauschale von 20 Prozent, dann müssen diese Kosten aus Spendeneinnahmen gedeckt werden, die von der Stiftung eigens für diesen Zweck gesammelt wurden. Höhere Verwaltungskosten schmälern den Fördertopf nicht.

Wie sicher ist es, dass ich mein Darlehen zum Ende der Laufzeit zurückerhalte?

Bei den Darlehen handelt es sich um „nachrangige“ Darlehen. Nachrangig bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz der Bewegungsstiftung erst alle anderen GläubigerInnen ihre Forderungen aus der Insolvenzmasse bezahlt bekommen. Ist dann noch Geld übrig, werden die DarlehensgeberInnen von nachrangigen Darlehen bedient.

Eine Insolvenz der Stiftung ist unwahrscheinlich, weil die Stiftung mit über 5 Millionen Euro über ein hohes Eigenkapital verfügt und ihr Vermögen sicher und in zukunftsfähige Branchen angelegt hat. Auch die Sparbriefe bei den ausgewählten Banken sind eine sichere Geldanlage. Sollten die Banken insolvent werden, sind die Einlagen über eine Einlagensicherung des entsprechenden Bankenverbunds abgesichert. Genaueres zu Risiken können Sie in den ausführlichen Informationen zum Protestsparen (PDF, 1 MB) ab Seite 7 nachlesen.

Gibt es bereits Erfahrungen mit Protestsparen?

Ja! Von November 2005 bis Anfang März 2006 hat die Bewegungsstiftung Darlehen – sogenannte »Protestsparbriefe« – eingeworben, um mit deren Zinserträgen die Arbeit sozialer Bewegungen finanziell zu fördern.

35 ProtestsparerInnen haben eine Darlehenssumme von insgesamt 163.000 Euro eingebracht. Dieses Geld wurde für vier Jahre in ethisch-ökologische Sparbriefe sicher angelegt. Es brachte Zinserträge in Höhe von 12.000 Euro ein, mit denen die Kampagne »Atomausstieg selber machen« unterstützt wurde.

Was geschieht, wenn die Laufzeit des Darlehens endet?

Einige Wochen vor Ende der Laufzeit melden wir uns und fragen, was mit dem Geld geschehen soll: Sollen wir es zurückzahlen? Wollen Sie es zu gleichen Konditionen verlängern? Wollen Sie das Darlehen in eine Spende oder Zustiftung umwandeln? Oder eine Kombination aus den drei Möglichkeiten? Sie entscheiden und wir setzen es Ihren Wünschen entsprechend um.

Wie werde ich ProtestsparerIn?

Wenn Sie den Vertrag direkt abschließen möchten, können Sie hier den Darlehensvertrag direkt am Bildschirm ausfüllen, zweimal ausdrucken und unterschrieben an uns absenden. Wir melden uns dann bei Ihnen. Nachdem Sie das von uns unterschriebene Vertragsexemplar erhalten haben, können Sie das Geld mit dem Verwendungszweck »Protestsparen« auf unser Konto überweisen:

GLS-Bank
Konto Nr. 46 314 400
BLZ 430 609 67

BIC: GENO DE M 1 GLS
IBAN: DE56 4306 0967 0046 31 44 00

Sie möchten weitere Informationen?

Ausführliche Informationen zum Protestsparen finden Sie als PDF-Dokument unter dem Menüpunkt Mitmachen.

Wenn Sie weitere Fragen haben und gern direkt Kontakt mit uns aufnehmen möchten, senden Sie eine Nachricht – wir melden uns dann bei Ihnen.